DIE WRANGELKIEZ COLLECTION
Ein Social Design Projekt @ DMY Extended
Design Research für regionale Entwicklung


HINTERGRUND

Der Kreuzberger Wrangelkiez gilt als Nährboden für Kreative in Berlin. Bekannt für seine kulturelle Vielfalt, berüchtigt als sozialer Brennpunkt und berühmt für sein lebendiges Nachtleben. Während der Industriellen Revolution war der von Wasser umgebene Ort ein zentraler Handelspunkt für Lebensmittel und andere Waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Kiez von drei Seiten durch die Berliner Mauer umschlossen und so weitgehend isoliert. Nach und nach zogen türkische Migranten hinzu, in den 80er Jahren entwickelte sich der Kiez zum nahezu gesetzlosen Revier mit einer aktiven Szene von Haubesetzern und Punks. In den letzten Jahren sind viele der ehemaligen Industriebauten entlang der Spree von der Kreativ-Industrie übernommen worden, welche nun Seite an Seite mit Ur-Berlinern und Türken arbeiten. Kleine Handwerksbetriebe wie Tischlereien, Druckereien und Metallhersteller sowie eine Handwerksschule für Migranten beanspruchen und verteidigen nach wie vor ihren Platz im Kiez.

 

AUSGANGSPUNKTE
Wie können die kulturelle Vielfalt und das kreative Potenzial der Bewohner für gemeinschaftliche Innovationen genutzt werden?
Was ist der Mehrwert lokal produzierter Waren in einem urbanen Mikrokosmos wie Wdemrangelkiez?
Wie kann Design zum gesellschaftlichen Wandel beitragen?

 

DER WORKSHOP
Fünf Tage lang erkunden acht internationale Designer die Nachbarschaft, suchen nach den versteckten Ressourcen des Kiezes und diskutieren mit den Einwohnern, was gebraucht wird und was den Wrangelkiez so besonders macht. Gemeinsam mit den lokalen Handwerksbetrieben und Kultureinrichtungen entwickeln die Designer Konzepte zur Belebung des sozialen und wirtschaftlichen Austausches. Dabei entstehen Produkte, grafische Arbeiten oder Dienstleistungen, welche die Kommunikation und Vernetzung unter den Anwohnern fördern.
Im offenen Büro und „Designlabor“ direkt an einer der belebtesten Ecken der Wrangelstraße suchen die Designer als temporäre Nachbarn den direkten Dialog mit Anwohnern und Passanten. Gemeinsam wollen sie die Grenzen kultureller und sozialer Unterschiede überwinden und Brücken für ein künftiges Miteinander schlagen.

Das Projekt ist Teil des Programms von DMY Extended (International Design Festival Berlin). www.dmy-berlin.com

 

FOKUS
– Dienstleistungskonzepte zur Verbesserung der Kiez-Interaktion
– Entwicklung von lokalen Alleinstellungsmerkmalen (lokaler Nutzen: Entwicklung neuer und/oder Ausbau bestehender Strukturen?)
– Entwicklung neuer Absatzmärkte (Wo liegen sind die kommerziellen Potenziale?)
– Innovative Konzepte für eine Kiez-Identität (Ist ein Branding notwendig?)

 

METHODEN
– Participatory field research
– Abbildung existierender Infrastukturen durch Interviews
– Datenvisualisierung
– Experimentelle Recherche durch Integration lokaler Akteure in Diskussionsrunden
– Workshop Hauptquartier als Ladenlokal (allgemein zugänglich)

 

ERGEBNIS
Aufgrund fehlender Kommunikation zwischen verschiedenen Akteuren und Unternehmern, die voneinander lernen und profitieren könnten, wird das vielfältige Potenzial des Kiezes nicht vollends genutzt.
Während des Workshop sind mehrere Konzepte entstanden:
1. "Ketten"-Produkte und -Dienstleistungen, die verschiedene Unternehmen und Institutionen miteinander verbinden
2. Kommunikationsstrategien für den Kiez, um integrativen Wissensaustausch zu stimulieren

Der Workshop spricht Empfehlungen aus und markiert den Beginn für weitere Projektentwicklungen, die jeweils in Kooperation mit lokalen Akteuren (Organisationen und/oder Unternehmer) ausgearbeitet werden.

 

TEILNEHMENDE DESIGNER
Eric Klarenbeek | NL | Produktdesign
Maartje Dros | NL | Raumdesign
Lisa Dinges | DE |Produktdesign
Jamie Ferguson | CA | Interior Design
Hanno Bennert | DE | Grafikdesign
und
Kathi Stertzig | DE |Produktdesign
Julia Paaß | DE | Grafikdesign
Albio Nascimento | PT | Produktdesign
Initiatoren des Designstudios PROPAN*
 

* Die WRANGELKIEZ COLLECTION ist eine Initiative des Designstudios PROPAN. Das Projekt wird unterstützt von NEST, Social Media Agentur für (öko)soziale Zwecke.


wkc1

wkc3

wkc4

wkc5

wkc6

wkc2

wkc8